Redaktionelles

Was wir uns wünschen

Hammer+Veilchen

Flugschriften für neue Kurzprosa


Nietzsche wollte in seiner Spätphase bekanntlich mit dem Hammer philosophieren und eine Götzen-Dämmerung herbeiführen. Nichts gegen die Zertrümmerung falscher Götter, aber wir begnügen uns fürs erste mit hammerharten Geschichten. Dabei darf durchaus jene Axt gehandhabt werden, die das gefrorene Meer in uns aufbricht und wie ein Faustschlag auf uns wirkt. Die Veilchen, die dabei entstehen mögen, dürfen unter die Haut gehen und blau sein, aber sie können auch duften.

Wie lang sollte eine gute kurze Erzählung sein? Etwa wie die wunderbaren Kalendergeschichten »Kannitverstan« oder »Unverhofftes Wiedersehen« von Hebel, wie eine Kleistsche Anekdote oder eine Betrachtung von Kafka, um gleich die größten Muster der Gattung zu bemühen. Aber keine Angst, das ist nur als Herausforderung gemeint, nicht als Abschreckung. Vieles ist möglich, unmöglich sind falsche Zungenschläge, sprachliche Flauheit, dumpfer Biedersinn und platte Alltagsverfallenheit. Auch Verstiegenheit und gesuchte Originalität ebenso wie thematische Langeweile, Längen ohne Not und übertriebene Kürze, wenn es dadurch an Würze mangelt.

Es gibt diverse Zeitschriften mit Schwerpunkt Lyrik oder einem Gemisch der literarischen Gattungen, ein speziell der Kurzprosa gewidmetes Organ existiert unserer Kenntnis nach bisher nicht. Diese Lücke wollen wir mit guten Texten füllen. Sie werden grundsätzlich in Form von Dateien erbeten, unsere Sekretärin hat immer dann Urlaub, wenn sie etwas vom Blatt abschreiben soll. Bei der Annahme oder Ablehnung von Einreichungen entscheidet letztlich – wie könnte es anders sein – immer der Geschmack der Herausgeber.

Niederstetten und Hamburg, im Juli 2014

Günther Emig + Peter Engel

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